Das OLG Hamburg zieht die Grenzen um den Unfallort enger.

Wie schon in dem Fall, der einer Entscheidung des OLG Düsseldorf zugrunde lag, über die hier unter der Überschrift „Wie geht’s denn hier zum Unfallort?im Februar 2008 berichtet worden war, ging es nun auch beim OLG Hamburg um einen Kraftfahrzeugführer, der von ihm unbemerkt einen Verkehrsunfall verursacht hatte. Der den Verlust seines Außenspiegels beklagende Unfallgegner verfolgte den Unfallverursacher und konnte ihn nach etwa anderthalb Kilometer Fahrstrecke auf das Geschehene aufmerksam machen. Dieser ließ sich aber nicht zum Verweilen, geschweige denn zur Bekanntgabe seiner Personalien bewegen, und setzte seine Fahrt unbeirrt fort.

In beiden Tatsacheninstanzen wurde der Unfallverursacher wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort verurteilt. Das OLG Hamburg hob das Urteil auf und sprach ihn frei. Als der Angeklagte auf den Unfall aufmerksam gemacht wurde, befand er sich schon nicht mehr am Unfallort; konnte sich also davon auch nicht mehr – ob nun erlaubt oder unerlaubt – entfernen.

In dem vom OLG Düsseldorf entschiedenen Fall ging es dabei noch um drei Kilometer. Dem OLG Hamburg reichten nun anderthalb Kilometer, um ein „Bereits-Entfernt-Sein“ anzunehmen.