Über Umstände, die den Wert eines zum Kauf angebotenen Autos beeinflussen, müssen Fahrzeughändler ihre Kunden vor Abschluss eines Kaufvertrags aufklären.  Vorschäden beispielsweise gehören zu den wertmindernden Faktoren, hinsichtlich derer eine Aufklärungspflicht für den Autohändler anerkannt ist. Und wie sieht es mit dem Standort der Fabrik aus, in der das neue Gefährt zusammengefügt wurde?

Zumindest für das EU-Mitglied Rumänien hat das Landgericht Kiel jüngst gewissermaßen eine Lanze gebrochen. Es ging um einen Dacia Logan, der nach seiner Herstellung in einem Werk in Rumänien über ein drittes EU-Land in die Bundesrepublik Deutschland importiert und hier an einen Endabnehmer verkauft wurde. In einer Klage auf Rückzahlung eines Teils des Kaufpreises hatte der Käufer reklamiert, der Verkäufer hätte ihn über Herkunft des Fahrzeugs aufklären müssen. Das sah das LG Kiel anders. Unter keinem Aspekt des vom Kläger vorgetragenen Sachverhalts sei von Minderwertigkeit auszugehen.