Jedenfalls gebührt sie einem Oberförster. Denn die Tätigkeit im Forstdienst etwa eines Bundeslandes gilt als nützliche, dem Gemeinwohl dienende Verrichtung. So hat es jedenfalls jüngst das Amtsgericht Tiergarten in Berlin gesehen und damit Augenmaß bewiesen. Die Amtsanwaltschaft hatte Anklage wegen Beleidigung erhoben. Ein Polizeibeamter hatte sich durch den Hinweis eines Passanten bleidigt gefühlt: „Herr Oberförster, zum Wald geht’s da lang.“

Den sich durch die Bemerkung in seiner Ehre verletzt fühlenden Polizeibeamten sollte ein Verweis des Gerichts auf die „Forstdienstbezeichnungsverordnungen“ verschiedener Bundesländer trösten. Dort findet sich nämlich die Regelung, dass die Dienstbezeichnung „Oberförster“ dem Revierförster erst nach sechs Jahren erfolgreicher Tätigkeit verliehen werden darf. Ob der sich gekränkt fühlende Polizeibeamte im Rang eines Polizeikommissars (PK) überhaupt schon auf so viele Dienstjahre zurückblicken kann, ließ das Gericht offen. Jedenfalls mochte es in der Bezeichnung „Oberförster“ keine ehrverletzende Äußerung erkennen. Denn der Revierförster hätte ja auch keinen Grund zu klagen, würde man ihn „Oberkommissar“ nennen.

Der zuständige Richter hat den Antrag der Staatsanwaltschaft, das Hauptverfahren zu eröffnen und die Anklage zur Hauptverhandlung zuzulassen, abgelehnt. Jawolll, Herr Kapitän!