Und gern auch mit dem eigenen PKW. Denn wer sich bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall in der Hauptstadt ein paar Beulen holt, kann im Streit um die Höhe des zu beanspruchenden Schadensersatzes den Unfallgegner und dessen Haftpflichtversicherer in Berlin verklagen. Örtlich zuständig ist nämlich das Gericht am Ort der sogenannten „unerlaubten Handlung“. Weshalb das von Vorteil ist? Weil es dort das Kammergericht gibt. Und das hat fünf Jahre nach dem in Fachkreisen so bezeichneten „Porsche-Urteil“ des BGH entschieden, dass die darin aufgestellten Grundsätze für die Schadensregulierung auch dann gelten, wenn das beschädigte Fahrzeug nicht instandgesetzt wird.

Auch wenn die Abrechnung der Ersatzansprüche nur auf der Grundlage eines Gutachtens erfolgt, müssen dem Geschädigten die Kosten ersetzt werden, die entstehen würden, wenn die Reparatur in einer markengebundenen Fachwerkstatt durchgeführt worden wäre. Bis zu diesem Urteil des Kammergerichts hatten die Haftpflichtversicherer in Fällen fiktiver Schadensberechnung regelmäßig versucht, die von den Sachverständigen in ihren Gutachten in Ansatz gebrachten Stundenverrechnungssätze zu drücken.