Der Führer eines Kraftfahrzeuges, der diese Frage für sich verneint, nachdem er tags zuvor Haschisch konsumiert hatte, und sich guten Gewissens an das Steuer seines Autos setzt, könnte eine böse Überraschung erleben. Wird anlässlich einer Verkehrskontrolle eine Blutprobe angeordnet und der Wirkstoff von Cannabis im Blut nachgewiesen, muss er mit der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens und letztlich mit einer Verurteilung wegen eines Verstoßes gegen § 24a Abs. 2 StVG rechnen. Es sei denn, dass er die fortdauernde Wirkung des Rauschmittels weder erkannt hat, noch hätte erkennen müssen.

Denn für eine entsprechende Verurteilung muss dem Betroffenen nicht nur der Konsum als solcher nachgewiesen werden. Schuldhaft handelt nur jener Führer eines Kraftfahrzeuges, der in dem Bewusstsein am Straßenverkehr teilnimmt, dass die Wirkung der Droge bei ihm anhält. An diesem Bewusstsein kann es insbesondere dann fehlen, wenn die Einnahme bereits längere Zeit zurück liegt. Aus diesem Grunde hat das Berliner Kammergericht vor Kurzem ein Urteil des Amtsgerichts Tiergarten aufgehoben und zur erneuten Verhandlung und Entscheidung zurück verwiesen. Anhand der Blutwerte soll nun gutachterlich geklärt werden, wieviel Zeit zwischen Konsum und Teilnahme am Straßenverkehr tatsächlich verstrichen ist.