Mein Mandant hatte sich bereits im Verfahren vor der Ordnungsbehörde gegen den Vorwurf, eine Geschwindigkeitsüberschreitung begangen zu haben, mit der Erklärung verteidigt, dass er gar nicht gefahren sei. Die auf dem Tatfoto abgebildete Person habe zwar Ähnlichkeit mit ihm, sei aber ein Bekannter, dem er seinen Wagen geliehen hatte. Das Gericht sah sich außerstande, sich durch Vergleich des Tatfotos mit dem in der Hauptverhandlung anwesenden Betroffenen eine Überzeugung dazu zu bilden, ob auf dem Tatfoto tatsächlich der Betroffene abgebildet war. Die Einholung eines anthropologischen Vergleichsgutachtens wurde angeordnet.

Auf einem kurzen Erkundungsgang durch das Gerichtsgebäude wurde mir sodann klar, dass es wohl der Wesenart des Gerichts entspricht, „den eigenen Augen nicht zu trauen.“ Oder welchen Grund darf man sonst für das Anbringen dieses Hinweisschildes unterstellen?

Amtsgericht Zossen, Gerichtstraße 10, 15806 Zossen    N52 12.987 E13 27.907