„Was will der blöde Kerl da hinter mir bloß? …

… Ich frag mich, warum überholt der nicht? Will der mich kontrollieren, oder will der mich entführen, oder ist das in Zivil die Polizei?“

Ja warum nicht? Was vor der Entwicklung und Zulassung moderner Geschwindigkeitsmessgeräte wie dem RIEGEL FG 21P, dem LEIVTEC XV2, dem TRAFFIPAX Speedophot oder dem MULTINOVA 6F gang und gäbe war, ist auch heute noch eine von der Rechtsprechung anerkannte Methode der Geschwindigkeitsmessung; das Hinterherfahren.

Die Polizei kann sich im Bußgeldverfahren auf die durch Nachfahren ermittelte Geschwindigkeit stützen. Vorausgesetzt, sie hat dabei eine Reihe von Bedingungen erfüllt: Die Nachfahrt sollte in aller Regel über eine Strecke von mehreren hundert Metern erfolgt sein, wobei der Abstand zum verfolgten Fahrzeug konstant gering gehalten worden ist (etwa halber bis ganzer Tacho-Wert). Aber auch, wenn diese Voraussetzungen durch die Polizei beachtet wurden, ist das Messergebnis mit Vorsicht zu behandeln. Das Messverfahren ist nun mal sehr ungenau. Der mit der Methode zwangsläufig einhergehenden Ungenauigkeit soll durch einen kräftigen Sicherheitsabschlag Rechnung getragen werden.

Darüber sind sich die Gerichte landauf landab einig. Unterschiedliche Auffassung besteht hingegen darüber, wie ein solcher Sicherheits- oder Toleranzabzug ermittelt werden soll. Einen pauschalen Abzug von 20% der gemessenen Geschwindigkeit nehmen die einen vor, während dem Problem andernorts mit ausgeklügelten Rechenoperationen begegnet wird. Danach soll der Toleranzabzug von der gemessenen Geschwindigkeit nur 10% betragen. Aber zusätzlich sollen weitere 7% vom Skalenendwert des Tachos abgezogen werden. Da wünscht sich der Geschwindigkeitssünder doch, daß der ihm nachfahrende Polizeibeamte am Steuer eines hochmotorisierten, leistungsstarken KFZ sitzt, dessen Tachoskala weit jenseits der 200 endet. Für ihn also sicher kein Grund zur Klage, wenn die Polizei Geschwindigkeitsmessungen wie zu Adenauers Zeiten durchführt. Übrigens: Unter seiner Kanzlerschaft – also vor mehr als 45 Jahren – wurde das Radarmessverfahren in der Bundesrepublik Deutschland eingeführt.