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Nachweispflicht für Fachanwälte

Die berufsrechtliche Pflicht, sich regelmäßig fortzubilden, trifft jeden Rechtsanwalt. Ob der einzelne Rechtsanwalt diese Pflicht auch erfüllt, weiß nur er. Ein Nachweis über die Teilnahme an anerkannten Fortbildungsmaßnahmen wird ihm nicht abverlangt. Es sei denn, der Rechtsanwalt ist auch zugleich Fachanwalt. Fachanwälte müssen Ihre alljährliche Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen gegen über der für sie zuständigen Rechtsanwaltskammer belegen. Und zwar für jeden Fachanwaltstitel bzw. auf jedem Rechtsgebiet, auf welchem sich der Rechtsanwalt spezialisiert hat.

Die Mutter des Erfolges

Die Spruchweisheit, wonach die Niederlage die Mutter des Erfolges sei, wird bekannt sein. Sie tröstet über Schrammen und Kratzer hinweg, die man sich geholt hat, weil man sich nicht hinreichend vorbereitet hat. Meine Erfolge rechne ich einer stets guten Vorbereitung zu. Dazu gehört auch meine Fortbildung. Heute sitze ich in einem Tagungsraum des Palace-Hotel und lausche  Richtern des Kammergerichts Berlin, die unter anderem zur aktuellen Entwicklung der Rechtsprechung des Kammergerichts in Verkehrsstraf- und Bußgeldsachen referieren.

Cocktails nur für die Experten!

Nach wie vor ist der Anteil der Experten im Verkehrsstrafrecht an den 12.700 Berliner Anwälten im Promillebereich angesiedelt. Gerade mal neun der Rechtsanwälte mit Kanzlei in Berlin verfügen sowohl auf dem Gebiet des Verkehrsrechts als auch auf dem Gebiet des Strafrechts über den Titel „Fachanwalt“. Bei einem Anteil von 0,7 Promille von ausgewiesenen Experten des Verkehrsstrafrechts kann die Suche nach dem richtigen Anwalt zur berühmten Suche der Nadel im Heuhaufen werden. Damit im Notfall diese Bemühungen auch ohne übermäßigen Zeitaufwand zum Erfolg führen, habe ich Anfang März die Experten-Seite ins Netz gestellt.

Die Seite hat enormen Anklang gefunden. Sie hält nicht nur Namen, Adressen und Kontaktdaten der Experten bereit, sondern informiert auch über die von ihnen absolvierten Fortbildungen und gestattet Einblicke in die berufliche Praxis der Fachanwälte. So ist es kein Wunder, dass die Anzahl der Besucher auf der Seite ständig ansteigt. Grund genug, nach dem ersten halben Jahr eine positive Zwischenbilanz zu ziehen – und diese auch zu feiern.

Im Konferenzraum meiner Kanzlei wurde am Nachmittag des 1. September kurzer Hand eine Bar aufgebaut und die Kollegen wurden mit vorzüglichen Cocktails Foto0025bewirtet. Aus nachvollziehbaren Gründen gibt es an dieser Stelle nur dieses Foto zu sehen, welches die Szene vor Trinkbeginn zeigt. Alles andere bleibt unter uns.

Der Junge ist wieder zu Hause

… und muss sich jetzt erst mal von einem bunten und anstrengenden Kongress-Wochenende erholen. Aber ich sehe gerade, dass die Kollegen vom Organisationsbüro ja schon fleißig waren. Da kann ich mir doch mal einen eigenen Bericht sparen und mich schon mal auf die Couch legen.

Junge, komm‘ bald wieder,

… komm‘ bald wieder nach Haus‘! Ja, mach‘ ich doch. Am Sonntag. Nach dem 34. Strafverteidigertag, der in diesem Jahr in HH abgehalten wird. Bericht folgt dann am nach dem Wochenende an dieser Stelle.

Qualitätssiegel „Fachanwalt“

Rechtsanwälte unterliegen einer gesetzlichen Pflicht zur Fortbildung (§ 43 a Abs.6 BRAO). Aber nur jene Rechtsanwälte, die zugleich Fachanwälte sind, müssen Nachweis darüber führen, dass sie diese Fortbildungspflicht auch regelmäßig erfüllen.

§ 15 der Fachanwaltsordnung bestimmt: „Wer eine Fachanwaltsbezeichnung führt, muss jährlich auf diesem Gebiet wissenschaftlich publizieren oder mindestens an einer anwaltlichen Fortbildungsveranstaltung dozierend oder hörend teilnehmen. Die Gesamtdauer der Fortbildung darf zehn Zeitstunden nicht unterschreiten. Dies ist der Rechtsanwaltskammer unaufgefordert nachzuweisen.“

Mich führte diese Pflicht dieser Tage in das wunderschöne, siebzig Kilometer südöstlich von Berlin am Scharmützelsee gelegene Bad Saarow. bahnhof

Als Mitglied der Vereinigung Berliner Strafverteidiger hatte ich dort Gelegenheit, an den „Bad- Saarower-Tagen“ teilzunehmen. Ein Wochenende lang diskutierten Strafverteidiger mit Staatsanwälten und Richtern neueste Entwicklungen in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs.

Mein Fazit über das Seminar lässt sich am besten mit den Worten des Dichters und Publizisten Robert Frost (26.3.1874 – 29.1.1963) zusammenfassen: (Fort-) „Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren.“

Apropos! II.

Und weil hier gerade vom 1. Oldtimerrechtstag zu lesen war, gleich noch ein High-light hinterher:

Als Mitglied des Berliner Anwaltsvereins und Verkehrsrechtler erfüllt es mich mit besonderem Stolz, an dieser Stelle bekannt geben zu können, dass am 19. und 20. Juni 2009 der „Berliner Verkehrstag“ stattfinden wird. Das Projekt geht auf einer Initiative des Arbeitskreises Verkehrsrecht des Berliner Anwaltsvereins zurück, der zu der Fortbildung der Anwaltschaft dienenden Veranstaltung auch einlädt. Kooperationspartner sind die Berliner Justsiz, die Berliner Polizei, das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten sowie der ADAC.

Unter anderem wird es um die aktuelle Rechtsprechung des BGH und des Kammergerichts in Verkehrsstraf- und ordnungswidrigkeitensachen gehen.

„Strafverteidigung vor neuen Aufgaben“

Das ist das Motto, unter dem in diesem Jahr der Strafverteidigertag stehen wird. Zwischen dem 27. Februar und 1. März werden die Mitglieder der regionalen Vereinigungen von Strafverteidgern aus dem gesamten Bundesgebiet auf einem gemeinsamen Kongress zusammenfinden, um über aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet des Strafrechts zu diskutieren.

Für Anwälte, die als Strafverteidiger tätig sind, die Gelegenheit, sich mit Berufskollegen auszutauschen. Fortbildung sichert die Qualität der Leistungen, die für die Mandanten zu erbringen sind. Deshalb sollte die Teilnahme für jeden Fachanwalt für Strafrecht eine Selbstverständlichkeit sein. Ich werde jedenfalls auch in diesem Jahr wieder dabei sein. Und zwar diesmal in Köln.

Strafverteidigertag 2008 in München

In diesem Jahr wurde der Strafverteidigertag in München abgehalten. Zum 32-ten Mal seit seiner Gründung trafen sich Strafverteidiger sowie Vertreter aus Justiz und Wissenschaft, um an einem Wochenende über aktuelle Themen des Straf- und Strafprozessrechts zu diskutieren. Der diesjährige Kongress stand unter dem Thema „Heimlichkeit und Wahrheit – Die neuen Maximen des Strafprozesses“. Die 450 Teilnehmer, die für zwei Tage in der bayrischen Landeshauptstadt zusammen gekommen waren, beschäftigten sich in sechs Arbeitsgruppen mit den Auswirkungen der im Zeichen der Terrorismusbekämpfung ergangenen Gesetzgebung.

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Zur Stimmung der Tagung passend wurde am Abend bissige Satire geboten; und am nächsten Morgen die nötige Unterstützung, um die Auswirkungen einer langen Nacht zu überstehen und die Diskussion munter fortsetzen zu können. Eine in Anbetracht des Veranstaltungsortes nicht ganz so einfache Aufgabe.

Die Ergebnisse der Diskussionen in den Arbeitsgruppen sind hier zu finden.